Unsere Geschichte
Überblicke ich noch einmal den Verlauf dieser Dinge bis hierher, betrachte ich unsere Gegenwart in aller ihrer Klein– und Schwachheit, so erscheint auch noch immer meiner Vernunft keine Sache törichter und aussichtsloser als diese. Allein, da sie trotzdem in Gottes ewigem Wort Grund und Fuß hat, so muss sie doch gewiss Gottes heilige Sache selbst sein, — die Herrlichkeit Gottes in Lumpen gewickelt. Das wird mein Trost sein und bleiben müssen.Friedrich Ruhland, 1872 – erster Pastor der ELFK
Wir sind es doch nicht, die da die Kirche erhalten könnten. Unsere Vorfahren sind es auch nicht gewesen. Unsere Nachfahren werden’s auch nicht sein; sondern der ist’s gewesen, ist’s noch und wird’s sein, der da sagt: ‚Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt.‘ Matthäus 28,20.
Martin Luther, Wider die Antinomer, 1539
Der christliche Glaube wird weithin nur noch als Moral und frommes Empfinden verstanden. Jesus ist für viele nur ein Vorbild, dem es nachzueifern gilt.
In Preußen, Baden und Nassau bilden sich selbstständige lutherische Gemeinden, die auf der Grundlage der Bibel und der Bekenntnisschriften der Reformation bleiben wollen.
Auch in Sachsen bilden bibeltreue Lutheraner freie Gemeinden (zuerst in Dresden und Planitz). Das ist ein Novum auf dem Gebiet einer ursprünglich lutherisch geprägten Landeskirche.
In Planitz tritt die erste Synode der Evangelisch-Lutherischen Freikirche (ELFK) zusammen. Als Organisationsform wählen die freikirchlichen Lutheraner das Gemeindeprinzip.
Die ELFK hat sich über ganz Deutschland ausgebreitet. 1923 erhält sie den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Die Zeit des zweiten Weltkrieges bringt große Not auch über die Gemeinden der ELFK. Pastoren werden zum Kriegsdienst eingezogen. Flüchtlinge aus Polen und Ostpreußen finden in der Folgezeit in den Gemeinden der ELFK eine neue Heimat.
Nach Kriegsende kommt es zu Einigungsgesprächen zwischen der ELFK und anderen lutherischen Freikirchen (z.B. Altlutherische Kirche) in Deutschland. Das Ergebnis ist die Aufrichtung der Kirchengemeinschaft auf der Grundlage der Einigungssätze.
Im Westteil Deutschlands bilden die lutherischen Freikirchen einen neuen Kirchenverband, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK).
Die Entwicklungen im Ostteil Deutschlands führen nicht zu der angestrebten organisatorischen Vereinigung. Aufgrund unterschiedlicher Auffassungen in der Lehre von der Heiligen Schrift und von der Kirchengemeinschaft gehen ELFK und Altlutherische Kirche (später SELK) getrennte Wege (Hartensteiner Beschluss).
Der Fall der Berliner Mauer eröffnet neue Möglichkeiten für die ELFK. Bestehende Kontakte zu Schwesterkirchen im Ausland können wiederbelebt und vertieft werden
( WELS). Im gleichen Jahr zerbricht die Kirchengemeinschaft mit der SELK wegen unterschiedlicher Lehrauffassungen in der Schriftfrage und der Lehre von Kirchengemeinschaft.
In Oberwesel findet die Gründungsversammlung der Konfessionellen-Evangelisch-Lutherischen Konferenz (KELK-Statut), zu deren Gründungsmitgliedern die ELFK gehört.



