Nach dem 2. Weltkrieg wurden im Osten viele deutsche Lutheraner heimatlos . Der Synodalrat der Evangelisch – Lutherischen Freikirche beauftragte Pastor Gerhard Wilde senior (1899-1979 ) mit dem Amt der Flüchtlingsmission. Es gelang ihm, an verschiedenen Orten treue Lutheraner zu sammeln. In Glauchau wurde am 1.1.1949 die Gemeinde „Zum Heiligen Kreuz“ als Stammgemeinde gegründet. Zu ihr gehörten 9 Predigtplätze mit insgesamt 109 Gliedern. Zu Glauchau kamen auch in der Nähe wohnende Glieder der Crimmitschauer Gemeinde.

Am 16.1.1949 führte Bezirkspräses August Stallmann P. G. Wilde sen. in Glauchau ein. Die ersten Gottesdienste wurden in landeskirchlichen Räumen und zeitweise auch in einer Gaststätte gehalten. Bald aber konnte ein Gottesdienstraum in der „Hoffnung 81″ gemietet und hergerichtet werden. Hier fand die kleine Gemeinde den Ort, an dem sie durch ihren Pastor in Treue mit Gottes Wort und den heiligen Sakramenten versorgt wurde.

Ein Bläser- und ein Sängerchor dienten der Gemeinde zum Lob Gottes. Bibelstunden, Jugendstunden, Männer- und Frauenkreis sorgten für ein reges Gemeindeleben. Auch die Predigtplätze wurden mit Hausgottesdiensten und Bibelstunden betreut. Alle zwei Wochen, wenn P. Wilde die Außenplätze versorgte, fanden in Glauchau Lektorengottesdienste statt.

Nach Jahren schlossen sich die Gemeindeglieder in Schindmaas wieder der Gemeinde Crimmitschau an. Durch Abwanderung in den Westen, Heimgang alter Glieder, Überweisung in andere Gemeinden und leider auch durch Austritte blieb in Glauchau nur eine kleine Gemeinde übrig. Heute gehören knapp 20 Glieder zu ihr. P. Wilde versorgte die Gemeinde auch nach Erreichung des Pensionsalters weiter. Seine letzte Amtshandlung war am 1. Ostertag 1975 die Einsegnung von vier Konfirmanden. Ab Pfingsten 1975 betreute P. Arno Böhm (1939-1991) von Zwickau aus die vakante Gemeinde .

Am 1.7.1984 konnte die Gemeinde P. Johannes Hübener (1922-1993) berufen, der in Glauchau eine Wohnung gefunden hatte. Er diente zugleich im sächsischen Bezirk der Evangelisch-Lutherischen Freikirche und am Theologischen Seminar. Bis zum 9.7.1989 versorgte er, zuletzt als Ruheständler, die Gemeinde mit Wort und Sakrament. Dann übernahm sein Sohn, P. Reimund Hübener, wieder von Zwickau aus die Vakanzversorgung.

Am 1. Advent 1989 konnte die Gemeinde eine Kleinorgel weihen. Da das Gebäude „Hoffnung 81″ verkauft und abgebrochen werden musste, verlor die Gemeinde am 31.12.1992 ihren Kirchsaal. Durch Gottes Hilfe gelang es, einen Raum in der Fischergasse zu mieten. Voller Dankbarkeit konnte dort am Sonntag Invokavit 1993 der erste Gottesdienst gehalten werden. 1996 konnte der Ausbau eines neuen Gottesdienstraumes in Angriff genommen werden und am 4. Advent 1996 wurde dieser neue Gemeinderaum in der Charlottenstr. 24 eingeweiht.

Nachdem P. Reimund Hübener einen Ruf an die Gemeinde in Kleinmachnow und der Prignitzparochie angenommen hatte, berief die Zwickauer St. Petrigemeinde 2005 P. Andreas Drechsler zu ihrem neuen Seelsorger. Seit seiner Amtseinführung betreut er nun auch die Gemeinde zum Heiligen Kreuz in Glauchau.

In ihrer Gemeindeversammlung am 18. Januar 2009 hat die Gemeinde Vikar Albrecht Hoffmann als ihren künftigen Pfarrer gewählt. Nach bestandenem zweiten Examen wurde er am 22. März 2009 in einem feierlichen Gottesdienst in Crimmitschau als Pfarrer der Ev.-Luth. Freikirche ordiniert und in das Pfarramt der Gemeinden Crimmitschau und Glauchau eingeführt.
Dem Herrn der Kirche sei Dank, dass er bis heute unserer kleinen Gemeinde sein heiliges Wort und Sakrament erhalten hat.