Andacht vom: 08.07.2020

Andacht hören:


Lesung: 1Könige 17,7-16

Andachtsvers: "Sie ging hin und tat, wie Elia gesagt hatte." (1Könige 17,15)

"Wenn der letzte Strohhalm, an den man sich in der Verzweiflung klammert, in einem Cocktail steckt, geht’s eigentlich." Dieser Satz hat etwas mit der Witwe aus unserem heutigen Bibelabschnitt zu tun. Einen letzten Strohhalm in der Verzweiflung brauchte auch sie. Sie steckte mit ihrem Sohn in einer scheinbar ausweglosen Lage mit absehbarem Ausgang: Der Hungertod erwartete sie. In ihrer Verzweiflung klammerte sie sich aber an einen Strohhalm, der nicht im Alkohol steckte, sondern sozusagen in Gott. Elias Versprechen ist ihr letzter Strohhalm: "Das Mehl im Topf soll nicht verzehrt werden, bis auf den Tag, an dem der Herr regnen lassen wird" (Vers 14). Das war der letzte Ausweg aus dem sicheren Tod. Was hatte sie zu verlieren?! Wenn Elia nur leere Versprechen machte, würde das an ihrem Ende nichts ändern. Aber wenn das stimmen sollte, dann konnte sie nur gewinnen! Auch wir stecken immer wieder in scheinbar hoffnungslosen Lagen - in diesem Leben und im Blick aufs ewige Leben, das durch unsere Sünde zerstört ist. Unser Problem ist, dass wir oft erst spät begreifen: Wir brauchen Gott, um zu überleben! Die Frage ist: Welchen Strohhalm wählen wir? In dieser Welt gibt es genug andere Lösungsangebote, nicht nur den Alkohol. Aber helfen sie wirklich? Dauerhaft? Über den Tod hinaus? Wir haben keine solche Zusagen wie diese Frau. Aber andere, bessere, die unser Leben hier und in Ewigkeit garantieren und die in dem Namen Jesus gebündelt sind! Ergreifen wir ihn immer wieder durch den Glauben, der in Gottes Versprechen steckt und aus dem wir alle Lebenskraft und Zuversicht "saugen" dürfen. Wir können nur gewinnen!

Lasst uns beten:
Vater, lass mich meine ausweglose Lage immer wieder erkennen und froh darüber werden, dass du meine Rettung in allen Dingen bist. Amen.
Lied: 346
Pfarrer Carsten Hoffmann