Andacht vom Samstag, den 26. September 2020



Lesung: 2Korinther 10,1-11

Andachtsvers: "Ich selbst, Paulus, ermahne euch bei der Sanftmut und Güte Christi, der ich in eurer Gegenwart unterwürfig sein soll, aber mutig, wenn ich fern von euch bin." (2Korinther 10,1)

Wie ermahnen sich Christen untereinander? Sie "flehen" den anderen an. Das Wort, das Paulus hier gebraucht, hat eine große Bandbreite an Bedeutung. Je nach Zusammenhang reicht dieses "Flehen" von sanfter Bitte bis hin zum strengsten Tadel. Hier beginnt der Apostel mit einer Bitte. Er fleht die Gemeinde an und gründet es auf "die Sanftmut und Güte Christi". Sanftmut ist die innere Herzenseinstellung, die sich im Umgang mit anderen Menschen zeigt. Jesus ist der "sanftmütige König", der in Jerusalem einzog. Er hat uns aufgefordert, von ihm zu lernen, weil er sanftmütig ist (Matthäus 11,29). Sein Umgang mit armen Sündern wird durch ein Herz bestimmt, das von Güte erfüllt war. Doch niemand sollte auf die Idee kommen, dass es sich dabei um Feigheit oder Ohnmacht handelte. Denken wir an das strenge "Wehe!", das er gegen alle Heuchler richtete. Denken wir an die Tempelreinigung. Jesus bewies diese Eigenschaften, indem er freiwillig und ungezwungen sein Leben für die Welt gab, auch für dich und mich. Nur deswegen leben wir. Wie die Korinther haben wir seine Sanftmut und Güte in überreichem Maß erlebt - und erleben sie -, wenn wir das Evangelium hören. Das sollte sie - und uns - dazu bewegen, diesen Schatz mit größtem Eifer zu bewahren. Darauf richten sich die Angriffe aller Feinde, der Unruhestifter damals wie heute: gegen die Sanftmut und Güte unseres Herrn. Das Leben, das auf seiner Güte ruht, steht auf dem Spiel. Daher gründet Paulus seine Bitte auf diese Gnade Christi. An anderer Stelle schrieb er: "Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid aus der Gnade gefallen" (Gal 5,4). Bleiben wir bei der Gnade, dass Gott uns alles schenkt, was wir brauchen, um ewig gerettet zu werden. Dann haben wir alles.

Lasst uns beten:
Danke, Herr, dass du so gnädig bist. Amen.
Lied: 257
Pfarrer Karsten Drechsler
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