Andacht vom: 15.02.2019

Lesung: Römer 9,6-13

Andachtsvers: "Jakob habe ich geliebt, aber Esau habe ich gehasst." (Römer 9,13)

Wer mehrere Kinder hat, versucht jedes Kind gleich zu behandeln, gleich viel Liebe und Aufmerksamkeit zu schenken. Wir merken, dass uns das nicht immer gelingt. Aber wir versuchen es. Was Gott hier sagt, klingt so, als würde er gar nicht alle Menschen gleich behandeln wollen. Gott sagt, er hat Esau „gehasst“. Das bedeutet nicht, dass er ihn grundlos verstoßen hätte. Der Apostel Johannes sagt: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab ...“ (Johannes 3,16). Die „Welt“ schließt an dieser Stelle ausnahmslos jeden Menschen ein, auch Esau, auch dich. Gott hat Esau nicht gehasst in dem Sinn, dass er nichts mit ihm zu tun haben wollte. Gott hat vielmehr Jakob in einer entscheidenden Frage bevorzugt. Er hat sich zwischen den beiden Kindern Isaaks für den Jüngeren entschieden. Aus seinen Nachkommen sollte der versprochene Retter der Welt, der Messias, geboren werden. Paulus führt dieses Beispiel an, um zu verdeutlichen, was er zuvor gesagt hat. Gottes Wahl geschah, „ehe die Kinder geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten“. Gott hat die Wahl seiner Heilslinie nicht von Würde und Werk der Erzväter abhängig gemacht. So macht er auch seine Gnadenwahl aller Geretteten nicht von ihrem Tun und Verdienst abhängig. Wer selbstgerecht ist, wird hier vor den Kopf gestoßen. Nicht eine Entscheidung für Gott, Besserung des Lebensstils oder religiöser Eifer bringen dich zu deinem Herrn. Es liegt alles an seiner Liebe, die dich schon zu ihm gezogen hat, noch bevor du geboren warst. Allein dieser feste Trost trägt dich hindurch zum ewigen Leben - gegen alle Zweifel und Schuldgefühle.

Lasst uns beten:
Himmlischer Vater, lass deine Gnadenwahl für uns nicht Anstoß, sondern gewisser Grund unseres Glaubens sein. Amen.
Lied: 274
Pfvik. Tobias Hübener

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