Andacht vom: 27.05.2019

Lesung: 2Samuel 21,1-14

Andachtsvers: "Sie taten alles, wie der König geboten hatte. Danach wurde Gott dem Lande wieder gnädig." (2Samuel 21,14b)

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als würde David späte Vergeltung üben. Er liefert sieben Männer aus Sauls Familie an die Gibeoniter aus, die Blutrache üben. Aber was David hier tut, ist keine späte Rache. Gott hat Israel drei Jahre nacheinander mit Hungersnot gestraft. Als David nach den Gründen forscht, offenbart ihm Gott, dass eine alte Schuld bislang nicht ausgeräumt ist. Die Gibeoniter gehören zu den übriggebliebenen Kanaanitern. Josua hat ihnen Sicherheit versprochen und sie zu Holz- und Wasserträgern gemacht. In falschem Eifer versuchte dann aber Saul, die Gibeoniter auszurotten. Gott sorgt nun dafür, dass David ihnen zu ihrem Recht verhilft. Aber David hält sein Versprechen gegenüber Jonatan und verschont dessen Sohn Mefi-Boschet. Und er lässt die hingerichteten Männer mit den sterblichen Überresten von Saul und Jonathan im Grabe von Sauls Vater Kisch bestatten. Auch wir können in falschem Eifer übers Ziel hinausschießen. Gut gemeint ist ja noch nicht gut gemacht. Manchmal muss Gott auch uns erst manche Not schicken, bevor wir ins Nachdenken kommen. Lassen wir uns aber zur Einsicht führen und bekennen unser Versagen, dann wendet sich Gott auch uns in seiner Gnade zu. Er erlässt uns die verdiente Strafe, weil Jesus sie für uns am Kreuz erduldet hat. Sollte uns das nicht dazu bewegen, dass wir dann auch auf unsere Mitmenschen zugehen, um in Ordnung zu bringen, was wir falsch gemacht haben?

Lasst uns beten:
Lieber Herr, bitte hilf mir, dass ich meine Sünden erkenne. Vergib mir, bitte, um Jesu Willen mein Versagen. Gib mir doch auch Kraft und Mut, um auf meine Mitmenschen zuzugehen und das in Ordnung zu bringen, was ich falsch gemacht habe. Amen.
Lied: 320
Pf. Holger Weiß

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